Betroffenheitsanalyse für die Bewertung des Handlungsbedarfes für eine Hitzeaktionsplanung – Antrag vom 9. Juli 2023

An den Bürgermeister durch die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen.

Der Rat der Stadt Kevelaer möge beschließen:

  • Für Kevelaer und die Ortschaften wird sofort eine Betroffenheitsanalyse als Vorstufe für eine Hitzeaktionsplanung erstellt.
  • Eine Stelle für die Klimafolgeanpassung wird – auch ohne Fördermittel – im Stellenplan des nächsten Haushalts geschaffen.
  • Die Stadt Kevelaer erstellt ein Register über ältere oder pflegebedürftige und damit besonders vulnerable Menschen.

Begründung:
In der Sitzung des KLUG führte Herr Welling, auf die Frage von Herrn van Meegen nach der Dringlichkeit einer Hitzeaktionsplanung aus:
„…dass ohne eine Betroffenheitsanalyse eine Bewertung des Handlungsbedarfes nicht möglich sei.“
Die derzeitigen Temperaturen rücken eine Hitzeaktionsplanung „unüberfühl- und unübersehbar“ in den Fokus. Maßnahmen zur Klimafolgeanpassung sind dringend erforderlich.

Ein Warten auf Fördermittel für Maßnahmen und für Planstellen ist, vor dem Hintergrund der Klimasituation mit langandauernden Hitzeperioden, nicht mehr angezeigt. Der Bürgermeister führte ebenfalls in der Sitzung aus: „.. dass der damalige Ratsbeschluss zur Schaffung einer Stelle für die
Klimafolgeanpassung an Fördermittel gekoppelt wurde. Diese Förderung sei zurzeit weder aufgelegt noch zeitnah in Planung. Aufgrund der Haushaltslage habe man bisher auf eine Stellenbesetzung ohne
Fördermöglichkeiten verzichtet. Sollte der Ausschuss jedoch der Meinung sein, dass dies geschehen sollte, müsse dazu ein Zeichen aus der Politik kommen.“
Dieses Zeichen aus der Politik will meine Fraktion mit diesem Antrag und mit Zustimmung der Mitglieder*innen des KLUG dem Rat geben. Professor Hanns-Christian Gunga an der Charitè in Berlin hat
jahrzehntelang den Temperaturhaushalt der Menschen unter extremen Bedingungen erforscht. Er schreibt, dass es in 2022 es in Deutschland 4.500 Hitzetote gab. Ob ein Mensch durch Schwitzen seine Kerntemperatur senken kann, hängt u.a. davon ab, ob der Mensch gut schwitzen kann, genügend getrunken hat und ob er gesund ist oder vielleicht an einer Herz- oder Nierenerkrankung leidet.
Ältere Menschen, die im Register erfasst sind, sollen vor und während der Hitzewellen mit Trinkwasser versorgt werden, hält Professor Gunga für sinnvoll. Denkbar ist hierfür vielleicht ein ehrenamtliches Engagement der Angehörigen, die sich dann nicht nur um die eigene Verwandten
kümmern. Vielleicht gibt es aus dem KLUG noch gute Alternativvorschläge?

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